Sachstandsinformation zur Sanierung der Kläranlage
Im Jahr 2025 wurde für die Kläranlage Illerwinkel eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse durchgeführt. Grundlage dieser Untersuchung war, dass die Anlage bereits im Jahr 1989 errichtet wurde und seitdem nur wenige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die derzeit gültige wasserrechtliche Erlaubnis besteht bis Dezember 2037.
Die Auswertung der Analyse zeigt, dass die Kläranlage altersbedingt bereits deutliche Abnutzungserscheinungen aufweist, sich insgesamt jedoch noch in einem funktionalen Zustand befindet. Um die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten, sind jedoch grundlegende Sanierungs- und Ersatzmaßnahmen erforderlich.
Die Kostenschätzung für die Sanierungsmaßnahmen an der Kläranlage beläuft sich auf rd. 5,5 Mio. €. Für die Sanierung der Regenüberlaufbecken sowie der Pumpstationen werden weitere rd. 2,4 Mio. € veranschlagt. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist somit von Gesamtkosten in Höhe von rd. 7,9 Mio. € auszugehen. Die mit der Sanierung verbundenen Investitionen werden sich auch auf die Abwassergebühren entsprechend auswirken. Eine Überprüfung erfolgt im Rahmen der zukünftigen Gebührenkalkulation und wird zu gegebener Zeit im zuständigen Gremium vorgestellt.
Um die Umsetzung organisatorisch und finanziell bewältigen zu können ist vorgesehen, die Maßnahmen in mehrere Bauabschnitte zu unterteilen. Die Ausführung des ersten Bauabschnittes ist derzeit für das Jahr 2027 geplant. Insgesamt wird für die Umsetzung der Maßnahmen ein Zeitraum von etwa fünf bis sieben Jahren als realistisch erachtet.
Klärschlammverwertung - Vorstellung Monoverbrennung mit Phosphorrückgewinnung
Im Rahmen dieses Tagesordnungspunktes stellte Herr Emter die gleichnamige Firma Emter als möglichen Partner für eine umweltgerechte Klärschlammverwertung vor. Das familiengeführte Unternehmen beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Bereich der Klärschlammverwertung. Ursprünglich lag der Schwerpunkt der Tätigkeit auf dem Transport sowie der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm. Heute umfasst das Leistungsspektrum insbesondere die thermische Verwertung sowie die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen. Nach Angaben des Unternehmens werden jährlich etwa 160.000 Tonnen Klärschlamm verwertet. Die Firma arbeitet für rund 200 Kommunen in einem Einzugsgebiet von etwa 100 Kilometern und verfügt über einen eigenen Fuhrpark mit rund 20 Lkw. Ein zentraler Bestandteil des Verwertungsverfahrens ist die Monoklärschlammverbrennung. Dabei wird der Klärschlamm zunächst getrocknet, um seinen Brennwert zu erhöhen. Anschließend erfolgt die thermische Behandlung bei hohen Temperaturen, wodurch Schadstoffe, wie beispielsweise Medikamentenrückstände, zuverlässig zerstört werden. Die Abgasreinigung erfolgt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung.
Neben der ordnungsgemäßen Entsorgung steht insbesondere die Rückgewinnung von Ressourcen im Fokus, vor allem von Phosphat und Stickstoff. Dadurch können wertvolle Nährstoffe wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.
Darüber hinaus spielt auch die Energiegewinnung eine wichtige Rolle. Die bei der Verbrennung entstehende Abwärme wird zur Trocknung des Klärschlamms sowie zur Stromerzeugung genutzt. Im Anschluss an die Vorstellung fasste die Gemeinschaftsversammlung den Beschluss, künftig einen Teil des anfallenden Klärschlamms thermisch verwerten zu lassen.
Ergebnis der örtlichen Jahresprüfung 2024
Im weiteren Tagesordnungspunkt wurde nach der ordnungsgemäß durchgeführten örtlichen Prüfung durch den Rechnungsprüfungsausschuss die Jahresrechnung formell festgestellt. Die Gemeinschaftsversammlung erteilte anschließend gemäß den betreffenden Bestimmungen des Art. 102 Abs. 3 der Gemeindeordnung auch einstimmig die Entlastung.
Im anschließenden nichtöffentlichen Sitzungsteil wurden neben einer Auftragsvergabe im Rahmen der Eigenüberwachungsverordnung auch verschiedene Personalangelegenheiten behandelt.